Hilfe zum Recht - Hilfe, zu Recht!
“Wir wollen, dass junge Menschen zu ihrem Recht kommen“, sagen die ehrenamtlich arbeitenden Berater des Berliner Rechtshilfefonds e.V. (BRJ). Mit dieser Motivation wenden sie sich gegen rechtswidriges Verwaltungshandeln in der Jugendhilfe und verstehen sich als Lobby für junge Menschen, denen Unterstützung durch die Jugendhilfe zusteht, die dies jedoch nicht wissen oder durchsetzen können.
Aufklärung und Beratung
Mittwoch Abend im Berliner Stadtteil Kreuzberg: Einmal pro Woche treffen sich in in einer berlintypischen Ladenwohnung die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BRJ und diskutieren ihre Erfahrungen mit Jugendlichen beim Jugendamt. Ulrike U., ausgebildete Sozialpädagogin, hat vor kurzem eine 19-jährige Schwangere beraten, die vom Jugendamt abgewiesen worden war. „Das Vorgehen des Jugendamts war voller Verfahrensfehler. Nachdem wir die junge Frau bei den Amtsgängen begleitet haben, hat sie endlich einen Platz im Mutter-Kind-Heim bekommen“, erklärt U. den anderen Ehrenamtlichen des BRJ. Ein Einzelfall für die Anwesenden, die „im richtigen Leben“ als Sozialarbeiter, Pädagogen und Juristen arbeiten und deshalb die Ansprüche der Jugendlichen genau kennen. Aber ein Einzelfall, der Tag für Tag passiert.
Recht auf soziale Unterstützung
Sorgfältig setzen sie sich mit jedem Fall auseinander – gemeinsam mit den Betroffenen. Denn, so Ursula F. mit Bezug auf die Rechte der Einzelnen, „es gibt soziale Standards, die man nicht aufgeben darf“.
Um diese Standards aufrecht zu halten, bilden die freiwilligen Berater, wenn ein Hilferuf sie erreicht, ein Fall-Team aus drei Mitarbeitern. Sie achten besonders darauf, ihre unterschiedlichen Fachkenntnisse in die Beratungsarbeit für Jugendliche einzubringen. Grund: Optimale Möglichkeiten für die fachliche Diskussion und Reflexion gewährleisten. Vor diesem Hintergrund betreuen sie Jugendliche und Eltern und begleiten bei Amtsgängen. „Viele Jugendliche, die sich bei uns melden, wissen gar nicht, welche Rechte sie besitzen. Hier müssen wir vor allem Aufklärungsarbeit leisten, erklärt Ulrike U. Und weiter: „Wir wollen mit den Betroffenen für ihre Rechte eintreten. Im Zweifel schrecken wir auch nicht vor einer Klage zurück.“
Getragen vom Engagement der freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, entwickelte sich der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. innerhalb von drei Jahren zu einer unabhängigen Anlaufstelle für Betroffene, denen Jugendhilfeleistungen widerrechtlich vorenthalten wurden. Gefördert wird das Projekt von der Aktion Mensch.
Heike Grelka
Weiterführende Links
Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V.
http://www.brj-berlin.de





