Gemeinsam gegen Armut
Die Staatengemeinschaft aus 189 Ländern hat sich mit den acht Milleniumszielen vor allem zur Aufgabe gemacht, bis 2015 die weltweite Armut zu halbieren. Dieses Ziel kann nicht erreicht werden, wenn man 10 % der Weltbevölkerung – Menschen mit Behinderungen – dabei außer Acht lässt.
Menschen mit Behinderungen sind besonders von Armut betroffen, da Behinderung beides ist: Ursache und Folge von Armut. Nach Schätzungen der Weltbank haben ein Fünftel aller Menschen, die weltweit in Armut leben, eine Behinderung. Wenn man diese in Programmen und Projekten der Armutsbekämpfung nicht berücksichtigt, ignoriert man 20 Prozent der ärmsten und am stärksten benachteiligten Menschen.
Zugang zu Bildung
Nach Angaben der UNESCO gehen in den armen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas über 90 Prozent der Kinder mit Behinderungen nicht zur Schule. Weil die Schule nicht zugänglich ist und weil es keinen bedarfsgerechten Unterricht gibt. Ohne Bildung gibt es keine Chance auf gleichberechtigte Teilhabe.
Chancen für Frauen
Frauen mit Behinderungen sind doppelt benachteiligt: durch ihren Status als Frau in vielen Ländern und durch ihre Behinderung. Mädchen mit Behinderung besuchen seltener regelmäßig eine Schule als Jungen und haben häufig auch später keinerlei Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
Gesundheitliche Versorgung
Menschen mit Behinderung sind besonders gefährdet, werden aber im weltweiten Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und andere Krankheiten weitgehend nicht berücksichtigt – sowohl in der Vorsorge, als auch in der Behandlung. Menschen, die durch HIV/AIDS betroffen sind, werden häufig diskriminiert und aus ihren Gemeinschaften ausgeschlossen. Für Menschen mit Behinderung bedeutet dies eine doppelte Diskriminierung.
Umweltfaktoren
Ein Drittel aller Krankheiten, die zu Behinderungen führen können, werden durch Umweltfaktoren verursacht. So führt schmutziges Trinkwasser zu Trachoma, einer der häufigsten Ursachen für Blindheit. Auch von den Auswirkungen des Klimawandels können Menschen mit Behinderung stärker betroffen sein. So leben viele Menschen mit Behinderung in Armutsvierteln, die in von Überflutung gefährdeten Gebieten liegen oder einem Erdbeben nicht standhalten. Auch die Rettungsmaßnahmen nach einer Katastrophe berücksichtigen Menschen mit Behinderung nicht ausreichend (§ 11 BRK).
Die Behindertenrechtkonvention (BRK) fordert die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen. Das bedeutet auch eine Einbeziehung in die Programme und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (§ 32 BRK).
Setzen Sie ein Zeichen!
Vom 20.-22. September 2010 findet in New York der Weltarmutsgipfel zur Überprüfung der Milleniumsziele statt.
In einer gemeinsamen Aktion mit der Christoffel-Blindenmission (CBM) und der Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev) unterstützt die Aktion Mensch die Kampagne »Deine Stimme gegen Armut« von VENRO mit einer Unterschriftenaktion, die zur gleichberechtigten Berücksichtigung von Menschen mit Behinderung bei der weltweiten Armutsbekämpfung aufruft.
Setzen auch Sie ein sichtbares Zeichen und verteilen Sie die Unterschriftenlisten in Ihrer Organisation, bei Veranstaltungen oder im Freundes- und Bekanntenkreis, denn die Listen in leicht verständlicher Sprache mit Passagen in Brailleschrift sollen möglichst viele Menschen erreichen. Informationen zur Unterschriftenaktion können Sie hier herunterladen und ausdrucken.
Die zurückgesendeten Unterschriftenlisten werden am 18. September gemeinsam mit allen gesammelten »Stimmen gegen Armut« und vor dem Start des Weltarmutsgipfels den Vertretern der Bundesregierung übergeben.
Sie haben die Möglichkeit die Listen mit Braillezeile unter material@cbm.de oder info@bezev.de anzufordern.
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