Hinter dem Zuckervorhang
Überregionale Filmpartner
Arbeit von BfdW
»Brot für die Welt« unterhält Kooperationsbeziehungen in Kuba seit Mitte der 80er Jahre, anfangs ausschließlich mit dem Kirchenrat, dessen Rolle in der kubanischen Gesellschaft damals auf Seelsorge beschränkt war. Aus direktem Kontakt mit diesem Partner kennt »Brot für die Welt« von daher die Probleme, die sich Anfang der 90er Jahre mit dem Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa für Kuba ergaben. Kuba hielt damals die Rolle des Zuckerlieferanten für den COMECON (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe der ehemaligen Ostblockländer) inne und bekam als Gegenleistung zu Vorzugskonditionen Erdöl und Konsumgüter, darunter auch einen Großteil seiner Nahrungsmittel. Die Folge davon war, dass die kubanische Wirtschaft eine extreme Außenabhängigkeit aufwies und mit dem Wegfall dieser Handelsbeziehungen und der Beibehaltung des US-Embargos total zusammenbrach.
Das im Film dargestellte »Ideal« jener für die Jugend damals »goldenen Zeiten« basierte somit auf Vorraussetzungen, die keineswegs nachhaltig und von daher auch nicht so ideal waren, wie sie in der rückblickenden Erinnerung der heute Erwachsenen erscheinen.
Vor diesem Hintergrund hat Brot für die Welt mit dem Kirchenrat und staatlichen Instanzen zusammen Strategien entwickelt, wie Kuba bei der Umstellung auf eigenständige nachhaltige Entwicklung unterstützt werden kann. Die Förderung konzentrierte sich dabei die Bereiche: Gesundheit, Förderung alternativer Energie, Nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssicherheit.
Über diese Projektförderungen gelang es, die Handlungsspielräume vom Kirchenrat und einzelnen Kirchen in der kubanischen Gesellschaft zu stärken, sie wurden allmählich zu Akteuren in der Entwicklungszusammenarbeit und konnten soziale Aufgaben wahrnehmen, die ihnen vorher versagt waren. Gleichzeitig gelang es »Brot für die Welt« allmählich auch Beziehungen zu anderen Organisationen in Kuba aufzubauen.
1997 begann »Brot für die Welt« die Partnerschaft mit dem Nationalen Kleinbauernverband ANAP. Damals befand sich die kubanische Landwirtschaft in einer extremen Krise, die Bauern auf den Kooperativen wussten nicht, wie sie genügend Lebensmittel für die Bevölkerung produzieren sollten. Die Landwirtschaft war damals extrem abhängig auf Monokultur (Zuckerrohr) und Export ausgerichtet und es galt, diese umzustellen auf den Anbau von Grundnahrungsmitteln für die Bevölkerung, die von einem Tag auf den anderen von den Importen aus dem COMECON abgeschnitten war.
»Brot für die Welt« hat neben der Projektförderung vor allem Beratung und Erfahrungsaustausch mit Bauernorganisationen in Mexiko und Mittelamerika organisiert, hier haben Bauern und Bäuerinnen aus Kuba Praktiken der agroökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft kennen gelernt, sowie Methoden, diese Praktiken auf einfache Art unter vielen Bauern zu verbreiten. Im Laufe der Jahre haben es viele Kooperativen in Kuba geschafft, ihre Bewirtschaftung umzustellen und darüber ihre Produktion zu verbessern und zu diversifizieren. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung.
Die Beiträge von »Brot für die Welt« lösen nicht die ganz großen Probleme. Dazu bedarf es auch Anstrengungen in Kuba selbst, um den Menschen Anreize zu verschaffen und sie zu motivieren. Es gibt viele Menschen, die äußerst kreativ und voller Ideen sind, nur wird ihr Engagement viel zu oft von der täglichen Bürokratie behindert. Es sind Menschen, die wie ihm Film weiterhin Träume von einer besseren Gesellschaft haben, denen es wichtig ist, die positiven Errungenschaften der Revolution zu erhalten und die mitwirken wollen an der zukünftigen Gestaltung der kubanischen Gesellschaft.
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Brot für die Welt




